Pfingsten, die Elbe und 5 Kanuten vom KCD-Siegburg

von Beate Bertelsbeck-Moll

Pfingstsonntag, wieder in aller Herr-Gotts-Frühe machten sich Heike, Beate, Robert, Theo und Hermann-Josef auf die Elbe zu paddeln.  Die Fahrt ging nach Pirna, wo einige der o.g. Kanuten bereits einmal ihr Quartier bezogen hatten. Der Ruderclub hatte auch diesmal wieder ein schönes Plätzchen für unsere Zelte. Lange haben wir uns nicht aufgehalten mit der Errichtung der Zeltstätte, das können wir inzwischen. Die erste Paddeltour führte uns noch an diesem Tag nach Bad Schandau, von dort paddelten wir bis Pirna.

Wegen des Feiertages begegneten uns viele Boote, wir sahen viele Radwanderer und die Schlangen an den Seilfähren über die Elbe waren beeindruckend. Nach dieser ersten Tour haben wir im Ruderclub-Restaurant fürstlich gegessen und auch ein wohlverdientes Bierchen haben wir uns genehmigt.

Am nächsten Tag folgte die erste Paddelpause, wir besichtigten die Festung Königstein. Theo wies Beate in die Geschichte der Festung (das imposante Bauwerk beseht seit mehr als 750 Jahren) ein, die anderer Herren der Tour interessierten sich mehr für die Kanonen als für die Gemäuer. Den ersten Regen auf dieser Tour erlebten wir abends bei Essen und Bierchen (natürlich).

Nach kurzem Schlaf und reichlichem Frühstück wurde alles in die Boote gepackt, das Auto blieb bei den freundlichen Ruderern in Pirna, und wir machten uns auf nach Dresden. Hier erwischte uns ein Platzregen, unter einer Brücke suchten wir Zuflucht. Wegen des Regens besichtigten wir Dresden an diesem Tag nicht, wir paddelten weiter bis Radebeul. Hier machten wir zwei Erfahrungen: Es gibt Lokale die gutes Essen zu vernünftigen Preisen machen (wir aßen alle Haxe mit Bratkartoffel und Sauerkraut plus ein Bier für EUR 7,77) und wir lernten Renate aus Hamburg kennen. Diese Superfrau paddelte die 600 Kilometer der Elbe von der tschechischen Grenze bis nach Hamburg -der Heimatort von Renate- in einer Woche, täglich 80 Kilometer!!! Wir hatten gerade mal 57 Kilometer geschafft und waren sprachlos über diese Leistung.


Wir mussten uns sputen wenn wir Wittenberg noch erreichen wollten, das war uns klar. Am nächsten Tag besichtigten wir dennoch zunächst einen halben Tag Dresden, danach paddelten wir die kurze Strecke bis Meissen (14 km).  Unser Ziel erreichten wir im Sonnenschein und abends haben wir gegrillt was die Lebensmittelvorräte so hergab

 

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Von Meissen ging es am nächsten Morgen nach Mühlberg, immerhin 45 Kilometer.  Hier beeindruckte uns ein super-gepflegtes Bootshaus, das von einem netten jungen geschäftstüchtigen Zivildienstleistenden beaufsichtigt wurde (erst musste der Obulus gezahlt werden - dann durfte geduscht werden). Im vereinseigenen Grill wurde leckeres Essen zubereitet und bald sanken wir müde in die Schlafsäcke.

Mühlberg adieu - Prettin wir kommen, wieder 43 Kilometer (wir wollten nicht nachlassen). Begleitet wurde nicht nur diese Etappe von unzähligen Schaafherden auf den Flußauen und Kuckkuck-Rufen wie im Schwarzwald-Uhr-Geschäft, es ruderte auch ein Regensburger Club die gleiche Tour und täglich grüssten wir uns auf unserem Weg.

Die letzte Strecke von Prettin nach Wittenberg galt es zu paddeln und am Nachmittag erreichten wir die Luther-Stadt im Sonnenschein. Wir fanden ein gemütliches Restaurant mit einer charmanten Kellnerin, die Spaß am Umgang mit Rheinländern hatte und so hatte auch dieser Abend einen eigenen Charme.

Den letzten Tag verbrachten wir „getrennt". Heike, Robert und Theo besichtigten Wittenberg, Beate und Hermann-Josef machten sich mit der Bundesbahn auf den Weg nach Pirna um das Auto zurückzuholen.  Die Seilfähre wurde jetzt mal anders erlebt.

Gemeinsam haben wir einen letzten Abend in Wittenberg verlebt, bevor am nächsten Morgen die Zeltstadt abgebaut wurde und es Richtung Heimat ging.

Die Elbetour war wieder ein Erlebnis,  und in manchem kam der Wunsch auf, die Strecke von Wittenberg bis Hamburg weiterzupaddeln, vielleicht nicht in dem Tempo wie Renate aus Hamburg. In diesem Sinne, schau´n wir mal!

Die Verfasserin möchte sich ausdrücklich bei allen Kanuten dieser Tour bedanken: bei Robert für die Begleitung auf wichtigen Wegen, bei Theo für die tägliche Geschichtsstunde und manchen Schabernack, bei Heike für die weibliche Unterstützung während der Tour und last but not least bei Hermann,  dem Wanderwart schlechthin, für die perfekte Organisation, Führung, Motivation und, und, und......