Semois (Ardennen) Flusswanderfahrt im heißen Juli 2006

Paddlergruppe: Heike, Hermann-Josef, sein Sohn Jonny, Robert und Dieter
Boote: Vierer-Kanadier fürs Gepäck mit Steuermann Hermann und Schlagmann Robert. Die anderen Teilnehmer jeweils im Einer-Kajak.

Start: Samstag 15.07.2006, 16,00 Uhr vom KCD-Siegburg. Ankunft nach 3,5 Std. schweißtreibender Fahrt in Chiny-sur-Semois. An diesem Tag hatten in Belgien die Sommerferien begonnen. Mit Glück bekamen wir noch einen Zeltplatz. Schnell war unser Tipi aufgebaut und unser Chefkoch Hermann, mit Unterstützung aller ging zur Sache. Gutes vom Grill, gemischten Salat mit viel Knobi, in Öl gedünstete Kartoffeln. Zum Nachtisch Kuchen und jede Menge Rotwein und das bei immer noch 30 C. Uns ging es gut, auch noch am nächsten Morgen!

Sonntag 16.07.2006. Nachdem alles abgebaut und verladen war, schnell noch ein erfrischendes Bad im warmen Bach. Der Einstig war viel versprechend. Vor uns eine Tagesetappe von 25 Km. 300 Meter bis zur ersten Bootsrutsche und danach „Kein Wasser“. Selbst für die Kajakfahrer hieß es immer wieder aussteigen und „Flusswandern“. Schlimm dran waren Hermann und Robert mit dem Gepäck beladenem Vierer. Der für die Semois bekannte blühende Algenteppich war ein zusätzliches Hindernis. Die Boote rutschen zwar leichter, dafür blieben die Füße hängen. Anfangs und im Glauben es würde besser werden nahmen wir das Ganze mit Humor. Nicht zu vergessen, der Planet brannte gnadenlos. Selten konnten wir die wirklich schöne Landschaft genießen, denn gab es mal Wasser, galt unser Blick der idealen Fahrrinne und den Krokodielen ( Versteckte Steine ) gut getarnt unter den Algen. Von anderen Verblocken ganz zu schweigen. Es ging schon auf Abend, als wir dann doch noch unser Ziel erreichten. Danach Aufbau und Abendessen wie gehabt. Zur Abwechslung gab es Bier und jede Menge müde Glieder.

Montag 17.07.2006. Beim Frühstück fiel der Entschluss, eine Weiterfahrt war zwecklos. Der Bus mit Hänger wurde geholt, alles wurde verladen. Gesucht wurde, Flussabwärts, ein neuer Campingplatz und vor allen Wasser. Bei Bouillon sah alles schon viel besser aus. Zeltaufbau, Stadtbesichtigung und Ruhetag. Die Nacht Sternenklar. Hermann und Jonny schlafen im freien .

Dienstag 18.07.2006. Einstieg 13 km oberhalb von unserem Stützpunkt. Leichtes Gepäck und jede Menge zu trinken. Weiterhin heiß. Uns schließt sich an, ein Vater mit zwei Jungs. Im paddeln unerfahren, dafür aber erfolgreich mit der Angel. Am Abend zuvor landeten Sie einen eineinhalb Kilo Fisch. Davon konnte unser Jonny nur träumen. Aber auch er sollte noch Glück haben. Dank etwas mehr Wasser war diese Tour ein Erfolg. Wir genossen die Landschaft und die Strömung. An den Ufern immer wieder Jugendcamps mit teilweise abenteuerlichen Baumhäuser. In Bouillon war ein Wehr zu um tragen. Ein schöner Tag geht zu Ende.

Mittwoch 19.07.2006. Tag der Abreise. Robert und ich wollen noch mal auf den Bach, während die Anderen das Zelt abbauen und die Boote verladen. 15 km. flussabwärts wollen wir uns alle treffen. So starten wir beide, Robert als Schlagmann, ich und das ein Novum als Steuermann. Hermann hatte vor unserer Abfahrt sein Boot inspiziert. „Man kann ja nie Wissen“. Berechtigter Gedanke, wie sich bald nach unserem Einsetzen zeigen sollte. Jede Menge Krokodiele und derart Verblockungen das wir manchmal nicht wussten wo und wie fahren. Auch hatte die Strömung zugenommen. Mehrfach kritische Situationen. Mir war es nicht nur von der Sonne heiß. Nach einer Pause übernahm Robert das Steuer. Alles ging gut. Ohne Kenterung und heilem Boot erreichten wir den Ausstieg. Etwas Stolz waren wir beide schon.

Und nächstes Jahr, aber dann mit Wasser „ Machen wir das Ganze mahl wieder“. Die Semois lohnt, allein schon wegen der Landschaft.

Dieter Jentgens