Weltjugendtag 2005 – Wir waren dabei

Fotos vom Weltjugendtag beim KCD

Nach längerer Vorbereitungszeit konnten wir pünktlich zum Beginn der Weltjugendtagswoche am 15.08.2005 bei leichtem Nieselregen unsere Zeltstadt aufbauen. Im Vorfeld wurde in Kooperation mit dem Kernteam des Pfarrverbandes „Siegburg – Am Michaelsberg“ die ganze Aktion vorbereitet, wo wir uns schon im Vorjahr als Großquartier für 80 Pilger angemeldet hatten. Die Organisation sah vor, dass für die Pilger jeweils ein Frühstück gereicht wird, welches uns von der Cateringfirma angeliefert werden sollte. Bei dieser logistischen Operation gab es natürlich einige Probleme, aber am Ende hat alles funktioniert. Wir konnten die Frühstücksbrötchen in Siegburg jeden Tag an einer zentralen Stelle abholen und alles andere wurde schon in der Vorwoche geliefert.

Unsere Freiwilligen standen jetzt bereit die Pilger bei uns zu empfangen. Angekündigt waren ca. 40 Pilger aus Portugal und ca. 30 Pilger aus Brasilien – und keiner von uns spricht portugiesisch. Was soll es – wir Paddler kommen doch immer überall durch.

Am Abend kam dann die erste Gruppe mit 45 portugiesischen Pilgern, welche allerdings in Anbetracht unserer Temperaturen und des vorherrschenden Regens nicht mit dieser Unterkunft zufrieden waren. Zudem waren unter den Pilgern ziemlich viele ältere „Jugendliche“ – von über vierzig Jahren. Diese Personen hatten so ihre Probleme. Außerdem war die Ausrüstung der Pilger sehr dürftig – sehr dünne Liegematten und teilweise keine Schlafsäcke. So kamen wir nicht umhin für diese Pilger eine neue Unterkunft zu organisieren, welches uns dann in Zusammenarbeit mit dem Kernteam auch gelang.

Dagegen hatten wir mit den gegen Mitternacht eintreffenden Jugendlichen aus Brasilien gar keine Probleme – diese stürzten sich förmlich auf die Zelte. Die 25 jungen Männer im Alter von 16 bis 23 Jahren wurden von zwei erwachsenen Betreuern begleitet – ein Vater und ein Lehrer/Katechet.

Doch nach Mitternacht wurde es dann noch etwas turbulent, als eine Gruppe von 55 französischen Pilgern aus der Normandie bei uns „abgeladen“ wurde. Die Gruppe kam durch widrige Straßenverkehrsumstände erst nach Mitternacht in Siegburg an und so konnten sie ihre Privatquartiere nicht mehr beziehen. Es handelte sich um einen Jugendchor, welcher von einigen Nonnen und Patres begleitet wurde. Die Jugendlichen waren froh, sich endlich irgendwo hinlegen zu können.

So gegen 2 Uhr kamen wir dann ins Bett und um 5 Uhr ging unser Dienst wieder los. Wir bereiteten das Frühstück, es wurde Kaffee gekocht, die Brötchen wurden aufgebacken, das Frühstücksbüffet gerichtet und so gegen 6 Uhr erschienen schon die ersten müden Gesichter. Um 8 Uhr hatten dann alle gefrühstückt, es wurden die Privatquartiere verteilt und eine Morgenandacht gehalten. Anschließend gab der Chor uns zu Ehren ein Ständchen.

Unsere Brasilianer schliefen sich erst einmal aus und so waren dann alle Pilger erst so gegen 10 Uhr auf ihrem Weg. Nun konnten wir unsere Küche und die Toiletten aufräumen und reinigen und die Vorräte auffüllen.

Unsere Gäste mussten sich erst einmal an die vorhandenen Nahrungsmittel gewöhnen, denn man hatte für die Jugendlichen lediglich „schmale“ Kost vorgesehen –auch wir waren darüber etwas überrascht, wo wir doch wissen welche Mengen an Nahrung Jugendliche verbrauchen. So sollte nach den Vorgaben das Essen in Rationen ausgegeben werden – unmöglich. Unsere Freiwilligen erfüllten unseren Pilger beinahe jeden Wunsch, so wurde die fast fettfreie Milch durch Vollmilch ersetzt und zum Frühstück gab es zusätzlich Kakao und Cornflakes – unsere Brasilianer waren so dankbar.

Die Jugendlichen kamen dann fast jeden Abend erst so gegen Mitternacht von den Veranstaltungen zurück in ihr Quartier, so dass unser Nachtdienst dann noch die Betreuung übernehmen konnte.

Bis zum Donnerstagabend ging so alles seinen Gang und nach Aussage des Kernteams würden wir auch keine zusätzlichen Pilger mehr bekommen. Wir konnten aus unseren Mitgliedern bis zu 30 freiwillige Helfer finden, welche ihre Arbeitskraft beim Frühstück, der Reinigung und der Nachtwache zur Verfügung stellten. An dieser Stelle schon einmal einen herzlichen Dank vom Vorstand.

Doch am nächsten Morgen ging schon um 6 Uhr das Telefon und es wurde eine bayerische Pilgergruppe mit 44 Jugendlichen aus Landsberg am Lech angemeldet. Durch einen Buchungsfehler stand für die jungen Leute kein Quartier zur Verfügung. Statt 44 waren lediglich 4 Pilger angemeldet worden. Zum Glück hatten wir noch reichlich Brötchen vorrätig – jetzt stand unser Backofen nicht mehr still. Die jungen Leute waren sehr froh ein Frühstück zu bekommen, da sie die ganze Nacht durchgefahren waren. Auch der Busfahrer konnte sich erst einmal erholen, zu mal er noch eine kleine Gruppe nach Overath bringen sollte.

Nach dem Frühstück ging es erst einmal zurück in die Stadt – die Jugendlichen bekamen ihre Pilgerrucksäcke und zusammen mit dem Betreuer ging es zur Anmeldung ins Servatiushaus. Jetzt wurde nur noch die Verpflegung für den Tag organisiert und am Bahnhof waren dann alle wieder vereint.

So hatten wir dann in der nächsten Nacht unser Zeltlager wieder voll belegt. Am Samstagmorgen konnten dann alle Pilger zur Papstmesse nach Frechen ziehen. Zum Abschied wurden noch Gastgeschenke ausgetauscht und so kamen wir zu unserer Brasilienflagge.

Unsere Brasilianer ließen ihr großes Gepäck bei uns – am Sonntag waren sie rechtzeitig wieder zurück um sich frisch geduscht und gestärkt auf ihren langen Rückweg nach Hause machen zu können.

Unsere Leute waren nach dieser Woche sehr erfüllt vom Geist der Jugendlichen und ihren Mut diese Strapazen auf sich zu nehmen, um bei diesem großen Fest der Jugend der Welt teilnehmen zu können.

Hier noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Mitglieder, welche bei der Durchführung dieser Aktion mitgewirkt haben. Vielen Dank.

Der Vorstand